Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Sommerkonzert 2019

Carmina Burana

Von Carl Orff

 

„O Fortuna, velut Luna, statu variabilis….” mit diesen Worten beginnen die „Carmina Burana“ (Buranische Lieder) von Carl Orff. Es ist die dramatische Klage eines schicksalsgeplagten Menschen, der die Göttin Fortuna beschuldigt, willkürlich und unberechenbar Glück und Unglück nach ihren Launen zu verteilen.

Die Carmina Burana stammen aus dem „Codex Buranus“, einer einzigartigen Lyriksammlung aus dem Hochmittelalter, aus der Carl Orff 24 Lieder entnommen und für eine „Szenische Kantate“ vertont hat. Vermutlich waren diese Lieder zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von umherziehenden Vaganten aus dem Raum Südtirol oder Kempten geschrieben, von einem Bischof oder Abt gesammelt und auf ungeklärte Weise ins Kloster Benediktbeuren/Bayern gebracht worden. Entdeckt wurden sie dort 1803 von dem Direktor der Münchner Hofbibliothek Christoph Freiher von Aretinim, der im Rahmen der Säkularisierung die Buchbestände aller Klöster zu konfiszieren hatte. Der Codex befand sich, zusammen mit anderen verbotenen Büchern, in einem gut verschlossenen Behälter und stand der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung, denn sein Inhalt passte so gar nicht in ein Kloster. Er bestand zu großen Teilen aus ziemlich deftigen Liedern zu Trinkgelagen, Glücksspielen, Betrügereien, erotischen Abenteuern, auch Satiren, die weder Kirche noch Adel verschonten. Fromme Lieder gab es nur wenige. Da aber die Texte überwiegend lateinisch waren, konnten nur die Gebildeten sie verstehen.

1847 wurde der Codex vom Bibliothekar Johann Andreas Schmeller als Buchausgabe veröffentlicht und erhielt nach dem Fundort den Namen „Carmina Burana“. Als Carl Orff dieses Buch 1934 erstmals las, war er fasziniert von der Schönheit der lateinischen Sprache und ihrer kultisch-archaischen Magie. Sofort beschloss er, ein Bühnenwerk für Tanz, Orchester und Chor zu komponieren. Er wählte 24 Lieder aus, die die Hauptthemen des Codex repräsentieren sollten.

Die Kantate ist in insgesamt fünf Teile gegliedert: Der erste Teil ist der Fortuna-Anklage gewidmet. Dann folgen drei Liedgruppen, in denen das mittelalterliche Leben unter Fortunas Herrschaft dargestellt werden: lieblich-tänzerische Frühlingslieder mit Liebeswerbungen auf der Wiese, satirische Lieder über Trinkgewohnheiten und Glücksspiel in der Schenke, erotische Abenteuer im „Hof der Liebenden“. Im letzten Teil tritt Fortuna noch einmal auf, und ihr Rad (Attribut für den Kreislauf des Lebens) kehrt zum Anfangspunkt zurück. Erneut wird sie angeklagt und der Lebenszyklus beginnt von vorn.      

  Mehr zum Werk: Symbolik, Historie, Inhalt, Komposition

 

Der Konzertchor Friedenau und sein Chorleiter Sergi Gili Solé präsentieren die Carmina Burana in einer ganz besonderen, von Orff autorisierten musikalischen Form mit zwei Klavieren und Schlagwerk. Durch die reduzierte Instrumentalbegleitung treten die Lieder und die lateinische Sprache stärker in den Vordergrund und entwickeln die kultisch-archaische Magie, die Orff vorschwebte.

Wie aber mögen diese mittelalterlichen Lieder im Original geklungen haben? Auch das werden unsere Zuhörer erleben!

 

Zeit und Ort des Konzerts

  • Sonntag, den 23. Juni 2019 um 18 Uhr
  • Apostel-Paulus-Kirche, Akazienstraße 18, 10823 Berlin-Schöneberg, Eingang Akazienstraße / Grunewaldstraße, U7

Karten im Vorverkauf 15,- €:

  • telefonisch bei Elsbach-Immobilien: 827 07 640
  • im Nachbarschaftsheim Schöneberg, Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin, 
  • per Mail unter konzertchor@nbhs.de

Karten an der Abendkasse 16,- €  in der Apostel-Paulus-Kirche ab 17.00 h

Maria Schinnen

Kontakt

Konzertchor Friedenau
Holsteinische Straße 30
12161 Berlin
Standort / BVG Fahrinfo
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Leitung
Sergi Gili Solé
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Ansprechpartnerin für Chorinteressenten (nicht Mitsingkonzerte)
Brigitte Gesche
Tel 030 - 753 28 38

Ansprechpartnerin für Mitsingkonzerte und -proben
Karin Götze
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